Oft sehen wir sie nur als ein störendes Stoffstück, das auf der Haut kratzt, und schneiden sie direkt nach dem Kauf eines neuen Kleidungsstücks ab. Dabei ist das Etikett der Ausweis dessen, was wir tragen.
Damit ein Kleidungsstück lange hält, reicht es nicht nur aus, gute Materialien zu wählen. Man muss auch lernen, es richtig zu pflegen. In diesen wenigen Zeilen und kleinen Symbolen, die wir oft ignorieren, stehen wichtige Informationen. Sie können den Unterschied machen zwischen einem Pullover, der zehn Jahre hält, und einem, der nach der ersten Wäsche kaputtgeht.
Ein Etikett lesen zu können bedeutet, dem eigenen Kauf mehr Wert zu geben, indem man die Qualität der Materialien, den Herstellungsort und die richtige Pflege beim Waschen berücksichtigt. Alles sollte darauf ausgerichtet sein, die Ressourcen zu respektieren, die für die Herstellung nötig waren, und Kleidung nicht als Wegwerfprodukt zu sehen.
Wie liest man Kleidungsetiketten, um die echte Qualität eines Kleidungsstücks zu verstehen?
In diesem Blogartikel findest du einen praktischen Leitfaden zum Lesen von Kleidungsetiketten und außerdem einige Tipps, wie man die Qualität eines Kleidungsstücks anhand verschiedener Informationen beurteilen kann:
- Informationen zur Pflege der Kleidung
- Materialien und Zusammensetzung
- Herkunft und Herstellungsort
Leitfaden zu den Waschsymbolen auf Kleidung: So liest du sie richtig und vermeidest Schäden
Die internationalen Waschsymbole (Ginetex) sind eine universelle Sprache. Wenn man sie versteht, vermeidet man Fehler wie verfilzte Wolle oder verblasste Stoffe. Hier sind die wichtigsten Symbole:
Maschinenwäsche: Was bedeutet das Waschbottich-Symbol auf dem Etikett?
Das wichtigste Symbol ist der Waschbottich mit Wasser.

- Ohne Linien: das Kleidungsstück kann normal in der Waschmaschine gewaschen werden.
- Eine Linie unter dem Waschbottich: Schonwaschgang (reduziertes Schleudern).
- Zwei Linien unter dem Waschbottich: besonders schonender Waschgang (für sehr empfindliche Kleidung).
- Eine Hand im Waschbottich: nur Handwäsche erlaubt (häufig bei Kaschmir und feiner Wolle).
- Ein durchgestrichener Waschbottich: Wasserwäsche ist nicht erlaubt (meist wird chemische Reinigung empfohlen, dargestellt durch einen Kreis).
Bei wie vielen Grad waschen? So liest du die Temperatursymbole

Im Waschbottich findest du oft eine Zahl oder Punkte, die die maximale Waschtemperatur anzeigen:
- 30°, 40°, 60°: maximale Temperatur in Grad Celsius. Niedrigere Temperaturen (z. B. 30° statt 40°) sind oft besser für die Umwelt und die Fasern.
- Punkte: heute seltener, aber noch vorhanden. Ein Punkt bedeutet 30°, zwei Punkte 40° usw.
Bügelsymbole: Wann darf man bügeln und bei welcher Temperatur?
Das Bügeleisen-Symbol zeigt, ob und wie man Falten entfernen kann:

- Ein Punkt: niedrige Temperatur (maximal 110°C), ideal für synthetische oder empfindliche Stoffe.
- Zwei Punkte: mittlere Temperatur (150°C), für Wolle und Mischgewebe.
- Drei Punkte: hohe Temperatur (200°C), für Baumwolle und Leinen.
- Durchgestrichenes Bügeleisen: nicht bügeln.
Wie trocknet man Kleidung ohne Schäden? Die Bedeutung des Quadrat-Symbols
Das Trocknen ist genauso empfindlich wie das Waschen: Zu viel Hitze kann Fasern schrumpfen lassen oder ihre Elastizität beschädigen. Besonders bei Strickwaren wird oft empfohlen, das Kleidungsstück liegend zu trocknen, damit es seine Form behält.
Das wichtigste Symbol ist das Quadrat:

- Kreis im Quadrat: das Kleidungsstück darf in den Trockner. Ein Punkt bedeutet niedrige Temperatur, zwei Punkte normale Temperatur.
- Durchgestrichener Kreis im Quadrat: kein Trockner. Das Kleidungsstück muss an der Luft trocknen.
- Linien im Quadrat: zeigen, wie man das Kleidungsstück trocknen soll. Eine waagerechte Linie bedeutet liegend trocknen (wichtig für Wolle oder Kaschmir, damit die Form erhalten bleibt), während senkrechte Linien bedeuten, dass man das Kleidungsstück aufhängen kann.
- Zwei schräge Linien in einer Ecke: im Schatten trocknen, fern von direktem Sonnenlicht, damit die Farben nicht verblassen.
Hier findest du zur Zusammenfassung ein Bild mit allen bisher erklärten Symbolen:

Was sollte man auf Materialetiketten beachten, um zu verstehen, was man wirklich trägt?
Das Materialetikett ist das erste Kriterium, um den Wert eines Kleidungsstücks zu beurteilen. Reine und natürliche Materialien stehen für hohe Qualität, während Polyester und synthetische Fasern aus Erdöl den Wert senken und die Recyclingfähigkeit verschlechtern.
Wichtig ist: Das Etikett muss die Fasern des Hauptmaterials angeben. Aber nicht alles an einem Kleidungsstück unterliegt denselben Regeln:
- Ausgenommene Teile: Elemente wie Knöpfe, Reißverschlüsse, Etiketten, Stickereien und Dekorationen zählen nicht zur Materialzusammensetzung. Auch Innenfutter muss normalerweise nicht angegeben werden, außer es ist ein wichtiger Teil des Kleidungsstücks oder die Marke entscheidet sich aus Transparenz dafür (üblich bei hochwertiger Kleidung).
- Die 5%-Regel: Wenn ein Material weniger als 5% ausmacht, kann es allgemein als „andere Fasern“ angegeben werden, außer es hat eine wichtige technische Funktion oder ist ein wertvolles Material, das die Marke hervorheben möchte.
- Nichttextile Teile tierischen Ursprungs: Materialien wie Leder, Knochen oder Perlmutt (oft bei Knöpfen oder Details verwendet) müssen gesetzlich mit dem Hinweis "Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs" angegeben werden. Diese Information ist wichtig für Menschen mit veganem Lebensstil oder für alle, die die ethischen Auswirkungen ihres Kaufs kennen möchten.
Zusammengefasst: Ein wirklich gutes Etikett zeigt nicht nur das Minimum, sondern erklärt auch Innenfutter und Details. So kannst du besser verstehen, ob ein Kleidungsstück wirklich „rein“ ist oder ob sich synthetische Fasern im Inneren verstecken.
Herkunft: Gibt es eine Möglichkeit, sicher zu sein, woher ein Kleidungsstück kommt?
Die kurze Antwort lautet: Leider macht das aktuelle Gesetz alles sehr kompliziert. Heute reicht es aus, dass der letzte wichtige Verarbeitungsschritt in einem bestimmten Land stattfindet, damit ein Kleidungsstück legal das Etikett "Made in..." tragen darf. Das bedeutet, dass ein Pullover auf der anderen Seite der Welt gesponnen, gefärbt und gewebt werden kann und erst in Italien einen Knopf bekommt oder zusammengenäht wird – und trotzdem als „Made in Italy“ verkauft werden darf. Wie kann man sich dagegen schützen? Der erste Schritt ist, ein bewusster Verbraucher zu werden: nicht nur auf das Etikett schauen, sondern auch die Website der Marke prüfen und nach Informationen über die Lieferkette oder einem Nachhaltigkeitsbericht suchen.
Die einzige wirkliche Lösung, um Zweifel zu vermeiden, ist jedoch der Digitale Produktpass (DPP). Das ist ein digitaler Ausweis, der über einen QR-Code auf dem Etikett zugänglich ist. Er dokumentiert den gesamten Lebenszyklus des Produkts: woher die Rohstoffe kommen, wo sie verarbeitet wurden und alle Produktionsschritte. Dieses System wird ab 2027 schrittweise in der Europäischen Union verpflichtend und wird den Markt verändern, weil Marken zu voller Transparenz verpflichtet werden. So können Käufer endlich sicher sein, dass ein Produkt wirklich ethisch und lokal hergestellt wurde.
Wir haben begonnen, den digitalen Produktpass bereits 2023 dank der Zusammenarbeit mit BCome in unsere Kleidung einzufügen. Zuerst bei 100 Produkten und danach schrittweise für unsere gesamte Produktion.


Wie bewertet man die Qualität eines Kleidungsstücks anhand des Etiketts?
Zum Schluss sollte man daran denken, dass nicht alle Etiketten gleich sind. Es gibt standardisierte und verpflichtende Informationen, aber ein Teil hängt auch von den Entscheidungen jeder Marke in Bezug auf Transparenz, Sorgfalt und Ethik ab.
Ein Etikett mit nur den Mindestangaben erfüllt lediglich eine gesetzliche Pflicht. Ein Etikett mit einem digitalen Produktpass und vielen zusätzlichen Informationen – zum Beispiel wie man die Fasern pflegt, wie das Kleidungsstück lange weich bleibt oder wie es am Ende richtig entsorgt wird – zeigt dagegen, dass die Marke Wert auf Langlebigkeit legt. Je mehr Informationen du findest, desto mehr Sorgfalt wurde investiert, damit dieses Kleidungsstück nicht nur ein kurzfristiger Kauf ist, sondern ein Begleiter für viele Jahre.
Marken zu wählen, die auch bei kleinen Details transparent kommunizieren, bedeutet letztlich, dem eigenen Kleiderschrank mehr Wert zu geben.
FAQ: Häufige Fragen zu Waschsymbolen auf Etiketten und zur Materialzusammensetzung von Kleidung
Wie liest man Kleidungsetiketten richtig?
Um ein Etikett richtig zu lesen und die echte Qualität eines Kleidungsstücks zu beurteilen, solltest du drei wichtige Elemente beachten – in dieser Reihenfolge: Materialien und Zusammensetzung, Herkunft (Herstellungsort) und Pflegehinweise beziehungsweise Waschsymbolen.
Welche Waschsymbole sollte ich unbedingt kennen?
Die wichtigsten internationalen Symbole sind der Waschbottich (für Maschinenwäsche, Handwäsche und Temperatur), das Bügeleisen (für Bügelhinweise) und das Quadrat (für Trockner oder Lufttrocknung). Achte besonders auf durchgestrichene Symbole: Sie bedeuten, dass diese Handlung absolut verboten ist.
Worauf sollte ich bei Materialetiketten achten, um die Qualität eines Kleidungsstücks zu bewerten?
Das erste Kriterium für die Qualität eines Kleidungsstücks sind reine und natürliche Materialien. Polyester und synthetische Fasern aus Erdöl senken dagegen die Qualität und erschweren das Recycling. Ein wirklich gutes Etikett zeigt außerdem Informationen zu Innenfutter und Details und weist immer auf Materialien wie Leder oder Perlmutt hin (mit dem Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“).
Was ist der Digitale Produktpass (DPP) auf dem Etikett?
Der Digitale Produktpass (DPP) ist ein digitaler Ausweis, der über einen QR-Code auf dem Etikett erreichbar ist. Dieses System dokumentiert den gesamten Lebenszyklus des Produkts: von der Herkunft der Rohstoffe bis zu jedem einzelnen Produktionsschritt. Es sorgt für Transparenz und Sicherheit über die ethische und lokale Herkunft. In der Europäischen Union wird er ab 2027 verpflichtend, aber wir bei Rifò nutzen ihn bereits seit 2023.
Wie erkennt man, ob ein Kleidungsstück mit „Made in Italy“ wirklich in Italien hergestellt wurde?
Leider erlaubt das aktuelle Gesetz die Kennzeichnung „Made in Italy“, auch wenn nur der letzte wichtige Verarbeitungsschritt (zum Beispiel das Zusammennähen oder das Anbringen eines Knopfes) in Italien erfolgt ist, während Spinnen und Weben auf der anderen Seite der Welt stattgefunden haben können. Um die echte Herkunft eines Kleidungsstücks zu verstehen, solltest du über das physische Etikett hinausgehen: Prüfe die Website der Marke auf Informationen zur Lieferkette, lies den Nachhaltigkeitsbericht oder verlasse dich auf transparente Systeme wie den Digitalen Produktpass (DPP).